Fragen und Antworten zur aktuellen Gasmarktsituation

 

Zur Lage der Gasversorgung in Deutschland stellt das Bundeswirtschaftsministerium aktuelle und ausführliche Informationen bereit; insbesondere auch zum Notfallplan Gas.  


GASVERSORGUNG:
 

Bezieht die Gasversorgung Unterland Gas aus Russland? 

Die Gasversorgung Unterland (GU) selbst verfügt über keine direkten Importverträge mit Russland. Sie kauft die Gas-Mengen für ihre Kund*innen in Deutschland bzw. Baden-Württemberg am Großhandelsmarkt ein. Welcher Anteil davon aus Russland kommt, kann nicht exakt nachvollzogen werden. Der Anteil von russischem Gas am deutschen Gasmix betrug Mitte April laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) noch 35% (Anfang des Jahres waren es noch 55%). Im Moment gibt es keine Einschränkungen bei der Gasbeschaffung im Großhandel. Die angespannte Lage drückt sich aber in weiterhin hohen und steigenden Preisen aus. 

 

Bietet die Gasversorgung Unterland noch Gasverträge für neue Kund*innen an? 

Ja, hier können Privatkund*innen weiterhin neue Gasverträge abschließen. 

 

Müssen Kund*innen mit Gaspreiserhöhungen rechnen? 

Durch die Senkung der gelieferten Gasmenge durch Russland hat sich die bereits hohe Dynamik an den Märkten weiter gesteigert. Die hohe Dynamik im Markt und die im wesentlichen marktfremden Einflussfaktoren jenseits von Angebot und Nachfrage lassen aktuell keinerlei Prognosen zur weiteren Entwicklung der Preise und damit auch zu denen für die Verbraucher*innen zu. Verschiedene Marktexpert*innen gehen jedoch davon aus, dass sich die Energiekosten – insbesondere die für Gas – noch in diesem Jahr auch für Verbraucher*innen weiter verteuern werden.
 

Wer entscheidet im Notfall noch wer Gas bekommt und wer nicht?  

Die Entscheidungen werden im jeweiligen gesetzlichen Rahmen von der Bundesregierung, der Bundesnetzagentur, den Fernleitungsnetzbetreibern und den örtlichen Gasnetzbetreibern getroffen (Details siehe BMWK-FAQ). Der Netzbetreiber der GU, die NHF Netzgesellschaft Heilbronn-Franken, agiert hier neutral und diskriminierungsfrei entlang der gesetzlichen Vorgaben. Die GU sowie die ZEAG Energie AG als Konzern haben hierauf keinen Einfluss. 

Aktuelle Informationen von Netzbetreibern (Auswahl): 

 
 
STROMVERSORGUNG
 
 

Müssen Kund*innen mit Strompreiserhöhungen rechnen? 

Durch die Senkung der gelieferten Gasmenge durch Russland hat sich die bereits hohe Dynamik an den Energiemärkten weiter gesteigert. Das gilt auch beim Strom. Die hohe Dynamik im Markt und die im wesentlichen marktfremden Einflussfaktoren jenseits von Angebot und Nachfrage lassen aktuell keinerlei Prognosen zur weiteren Entwicklung der Preise und damit auch zu denen für die Verbraucher*innen zu. Verschiedene Marktexpert*innen gehen jedoch davon aus, dass sich die Energiekosten noch in diesem Jahr auch für Verbraucher*innen weiter verteuern werden. 

 
 
KLIMASCHUTZ

 

Was bedeutet die aktuelle Situation für die Klimaschutzziele der ZEAG? 

Deutschland verfolgt mit der Energiewende einen klaren Pfad, der im Wesentlichen mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und der Kohleverstromung sowie dem Ausbau der erneuerbaren Energien umschrieben ist.

Das ist der Zielpfad, dem auch wir uns als ZEAG verschrieben haben und dem wir uns verpflichtet fühlen. Die ZEAG hat sich deshalb bereits im Jahr 2021 von ihren Anteilen an Kohle- und Nuklearenergie getrennt. 

Wie alle Akteure der Branche aktuell, befinden wir uns in einem Spannungsdreieck aus den drei Anforderungen Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit der Energie für unsere Kund*innen. Kurzfristig muss es zunächst darum gehen, sich gegen potenzielle Energieknappheiten abzusichern und dabei Privathaushalte und Industrieunternehmen bestmöglich zu schützen. Dennoch verlieren wir unsere Nachhaltigkeitsziele nicht aus den Augen und arbeiten intensiv daran, uns noch konsequenter an Kriterien der Nachhaltigkeit auszurichten. 

 

Was können Kund*innen tun? 

Jede Kilowattstunde Gas, die wir im Sommer einsparen, trägt dazu bei, dass wir mehr Gas einspeichern und dadurch besser durch den Winter kommen können. Daher ist jeder Gasverbraucher gehalten, so viel Energie wie möglich einzusparen. Dies gilt für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die Industrie als größter Erdgasverbraucher. Es braucht jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung. 

Dazu gehören kleine Dinge im Alltag, wie das Senken der Raumtemperatur oder die Dauer des Duschens. Noch mehr und vor allem nachhaltig Energie sparen können Hausbesitzer durch eine energetische Gebäudesanierung, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhöhen. 

Insbesondere im kommenden Winter sollten Haushalte auch noch stärker auf ihr Heizverhalten achten. Als Faustformel gilt: Durch ein Grad weniger Raumtemperatur lässt sich der Gasverbrauch um sechs Prozent reduzieren. Praktische Energiespartipps finden Sie hier.

Privat- und Gewerbekunden können zudem schon heute ihren monatlichen Abschlag erhöhen. Das geht am einfachsten in unserem Online-Kundenportal. Hier können Sie nicht nur den Zählerstand übermitteln, sondern auch die Höhe des eigenen Abschlags aktiv auf eine beliebige Summe erhöhen. Damit werden die erwartbar steigenden Energiekosten besser über das Abrechnungsjahr verteilt und nicht erst gesamtheitlich zum Jahresende fällig.  

 

Wie ist der Ausblick auf den nächsten Winter? 

Für die kommende Heizperiode im Winter 2022/2023 wird ein Mix aus Maßnahmen die Versorgungssicherheit stützen: die über den Sommer gefüllten Gasspeicher, steigende Importe aus westlichen und nördlichen Nachbarländern, ein erstes verfügbares Terminal zur Anlandung von Flüssiggastankern sowie Einsparungen und Effizienzen in Industrie und privaten Haushalten. 

Der BDEW schätzt in einer Kurzstudie, dass sich kurzfristig 19 % des deutschen Gasbedarfs substituieren oder einsparen lassen. Dies entspricht einem Drittel der Gasimporte aus Russland. Das Bundeswirtschaftsministerium hält laut dem zweiten Fortschrittsbericht Energiesicherheit eine weitgehende Unabhängigkeit von russischen Gasimporten im Sommer 2024 für möglich. 

In den verschiedenen Szenarien und Kurzstudien gibt es unterschiedliche Einschätzungen der Deckungslücke für den Winter 2022/23. Es besteht aber Einigkeit, dass bei einem Lieferstopp erhebliche Einsparungen notwendig sind, da die Gaslieferungen aus Russland bis zum bevorstehenden Winter nicht vollständig ersetzt werden können. 

 

 

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